Novelliertes KrWG und kommunale Entsorgung bis 2020

Zukunft der Entsorgungswege von Restmüll, Bioabfällen und Wertstoffen; Entwicklung von Abfallaufkommen, Preisen, Kapazitäten

Studiennummer: 15-1371 Studienbereich:Abfallwirtschaft allgemeinStudienart: PotenzialstudieSeitenzahl:573 SeitenErscheinungsdatum:September 2012Preis: 5.900,00 €
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Einführung

Das novellierte Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) hat die Position der Kommunen gegenüber privaten Entsorgern insbesondere bei gewerblichen Sammlungen gestärkt. Mit erstarktem Selbstbewusstsein reklamieren viele öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger (örE) die Wertstoffe wie insbesondere Metalle für sich. Die privaten Entsorger reklamieren im Gegenzug für sich, dass sie es sind, die in aufwendige Sortieranlagen investiert haben. Mit einem Wertstoffgesetz rechnen die meisten Akteure in dieser Legislaturperiode nicht mehr, so dass die Kommunen eigene Wege gehen, teils gemeinsam mit privaten Entsorgern, teils ohne sie.

Die verstärkte getrennte Erfassung von Bioabfällen wird dazu führen, dass die Restmüllmengen drastisch verringert werden und damit auch die für die Verbrennung und die mechanisch-biologische Behandlung zur Verfügung stehenden Abfallmengen. MVA- und MBA-Betreiber, ob kommunal oder privat, geraten unter Druck, bei einigen MBA wurde die biologische Linie bereits eingestellt, ganze MVA-Schließungen werden im Markt gehandelt.

Gleichzeitig kommt es auch zu Schließungen von Sortieranlagen. Niedrige Verbrennungspreise konterkarieren die 5-stufige Abfallhierarchie und leiten Stoffströme vom Recycling in die energetische Verwertung. Unabhängig von diesem scheinbaren Wettstreit hat Deutschland bislang gute Erfahrungen mit dem Nebeneinander von Recycling und Verbrennung gemacht.

Die Studie „Novelliertes KrWG und kommunale Entsorgung bis 2020“ wirft einen konkreten Blick auf die Entsorgungsstrukturen und -konzepte der örE. Entscheidungskriterien bei Ausschreibungen und perspektivische Maßnahmen bezüglich der Organisationsform der Entsorgung wurden in Experteninterviews erhoben. Betrachtet werden die Entwicklung der Mengen in den unterschiedlichen Teilströmen des Siedlungsabfalls, die Anlagenkapazitäten, EBS-Ausbeute der Aufbereitung sowie wesentliche Kosten- und Erlöskennzahlen.

Folgende Fragestellungen werden u. a. in der Studie beantwortet:

  • Welche Auswirkungen wird die stärkere Getrennterfassung von organischen Abfällen auf die Mengenströme in der Siedlungsabfallwirtschaft haben?
  • Welche Konsequenzen wird dies für Kapazitäten von Aufbereitungs-, Sortier- und Abfallverbrennungsanlagen sowie für die Preise haben?
  • Kommt es aufgrund des novellierten KrWG zu einer Trendwende in der Struktur der kommunalen Entsorgung in Deutschland? Welche Kriterien werden bei kommunalen Entscheidungen angesetzt? Für welchen Zeitraum bestehen Planungen? Wann sind neue Ausschreibungen zu erwarten?
  • Welchen Chancen und Risiken ergeben sich für Marktakteure?
Ziele und Nutzen

Ausgehend von aktuellen Bewegungen und Diskussionen im Entsorgungsmarkt zeigt und analysiert die Studie aus neutraler Sicht die in Szenarien abgestufte zukünftige Entwicklung der kommunalen Entsorgungswirtschaft. Neben der quantitativen Analyse der Markt-, Mengen- und Preisentwicklung wird über die qualitative Darstellung (bspw. Entscheidungskriterien der Kommunen, Planungsabsichten usw.) der zukünftige Entsorgungsmarkt abgebildet. Basierend auf diesen Daten und Einschätzungen bietet die Studie die Möglichkeit der Plausibilisierung eigener Strategien und Marktdaten. Weiterhin wird durch die Analyse von Trends, Chancen und Risiken im Markt ein Beitrag zur optimalen Marktpositionierung bei Strategie- und Investitionsentscheidungen geliefert.

Methodik

trend:research setzt verschiedene Field und Desk Research Methoden ein. Neben umfangreichen Intra- und Internet-Datenbank-Analysen (inkl. Zeitschriften, Publikationen, Konferenzen, Geschäftsberichte usw.) fließen für die Potenzialstudie 53 strukturierte Interviews mit folgenden Zielgruppen ein:

  • Abfallbehörden und Abfallzweckverbände
  • Private Entsorger
  • Betreiber von Aufbereitungsanlagen
  • Betreiber von Sortieranlagen
  • Betreiber von Müllverbrennungsanlagen
  • Weitere Experten (Behörden, Verbände etc.)

Die dargestellten Analysen und Ergebnisse werden mithilfe der o. g. Interviews und Expertengespräche erarbeitet. Die Auswertung der Anforderungen, Erfahrungen und Erwartungen führt zu abgesicherten Aussagen über Wettbewerb und Entwicklungstrends.

Zielgruppe

Die Potenzialstudie richtet sich an alle Akteure im Markt für Entsorgung.

Anhand einer umfangreichen Befragung von Kreisen, kreisfreien Städten, Zweckverbänden sowie privaten Entsorgern in Deutschland liefert die Studie einen Überblick für Kommunen und deren Entsorgungsunternehmen genauso wie für private Entsorger, Kraftwerks- und Anlagenbetreiber und Investoren. Weiterhin richtet sich die Studie an Anlagenbauer und Planer und weitere Dienstleister aus der Abfallbranche. Der Nutzen ergibt sich für Vorstände, Geschäftsführung, Strategie-, Unternehmens- und Konzernplanung sowie Marketing und Vertrieb.

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