Abfallwirtschaft

In Deutschland fallen jährlich etwa 340 Millionen Tonnen Abfälle pro Jahr an, wobei das Aufkommen stetig geringer wird. Begründet liegt der Rückgang, der im Jahr 2004 etwa sieben Prozent betrug, einerseits in dem Bevölkerungsrückgang, andererseits in zunehmenden Prozessoptimierungen in der Industrie. Veränderte Rahmenbedingungen der Energie- und Entsorgungswirtschaft haben entscheidenden Einfluss auf die Verfügbarkeit von Stoffmengen sowohl für die energetische als auch stoffliche Verwertung. Neben der TASi-Umsetzung im Juni 2005 und der weitestgehenden Schließung von Deponien als beispiellose Zäsur der deutschen Entsorgungswirtschaft haben neue Standards und striktere Umweltauflagen auch in anderen Bereichen die Teilmärkte maßgeblich umstrukturiert. So wurden immissionsseitig die Grenzwerte für die thermische Abfallbehandlung durch die Novellierung der 17. BImSchV 2003 deutlich verschärft. Die Grenzwerte für die Klärschlammverwertung auf landwirtschaftlichen Flächen wurden durch die Novellierung der Klärschlammverordnung ebenfalls stark gesenkt.

Die Abfallwirtschaft wird überdies zunehmend durch von der EU gesetzte Rahmenbedingungen beeinflusst. So präzisiert die neue Abfallrahmenrichtlinie die 5-stufige Abfallhierarchie und den Vorrang stofflicher vor energetischer Verwertung; auch der Abfallbegriff wird genauer gefasst und der Unterschied zwischen Verwertung und Beseitigung präzisiert. Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz wird diesbezüglich in den nächsten Monaten angepasst. Aufgrund der schon jetzt bei einigen Stoffströmen hohen Verwertungsquoten verfügen die Anlagenbauer in Deutschland über entsprechendes Know-how, das sich für den Export nutzen lässt – die Nachbarländer haben zum Teil erheblichen Nachholbedarf.

Im angestrebten Stoffkreislauf zwischen Herstellung, Nutzung und Verwertung von Produkten gewinnt insbesondere die Verwertung als Sekundärrohstoff oder Ersatzbrennstoff vor dem Hintergrund der ökologischen und zunehmend ökonomischen Relevanz an Bedeutung. Im Bereich der energetischen Verwertung ist nur über die ganzheitliche Betrachtung von Brennstoffinput- und Reststoffoutputströmen von Anlagen- und Kraftwerksprojekten ein wirtschaftlicher Anlagenbetrieb zu gewährleisten. Ersatzbrennstoffe gelten als Alternative zu der fossilen Stromerzeugung, sind jedoch bezogen auf die verfügbaren Mengen und Qualitäten weitaus kritischer zu betrachten als nach der TASi-Umsetzung im Juni 2005 propagiert wurde. Bei der stofflichen Verwertung bietet der zunehmende Wettbewerb der Dualen Systeme Optionen in der Vermarktung.

Sehr unterschiedliche Materialien und Beschaffenheiten der Abfälle fordern stark angepasste Entsorgungswege. Neben der energetischen Verwertung, also der Nutzung des im Abfall enthaltenen Heizwertes, stehen daher auch im stofflichen Sektor eine Vielzahl an Verwertungsmöglichkeiten, wie etwa dem Recycling von Kunststoffen, der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm oder der baulichen Nutzung von Kraftwerksnebenprodukten zur Verfügung. Die Studien in dem Themenbereich Umwelt und Entsorgung fokussieren daher gezielt Abfallstoffe und Verwertungswege und stellen anhand der gesetzlichen und technologischen Rahmenbedingungen den Status Quo sowie die Entwicklungen in den Bereichen Mengen, Entsorgungswege und Preise dar.

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